Erfahrungsbericht

Der Wanderrittführer und Fotojournalist Robert Claus ist seit 2008 regelmäßig zwischen dem Arendsee und er Elbe mit seinen Reitgruppen unterwegs.

Robert Claus

Robert Claus

 

 

Die Tour
Die herrlichen und abwechslungsreichen Landschaften zwischen Arendsee  und Schnackenburg gehören zu den schönsten Wanderreitgebieten Deutschlands. Das Pferde- und Freizeitparadies Ziemendorf ist ein ideales Start- und Zielquartier für einen mehrtägigen Wanderritt durch die Region.

Die ehemalige NVA Kaserne wurde liebevoll von der Familie Greiner-Schmid renoviert und zu einem modernen Feriendomizil umgebaut. Für die Pferde stehen zweckmäßige Paddocks unterschiedlicher Größe zur Verfügungen, die direkt an das Haus grenzen. Zwei Reitplätze, ein Roundpen und ein Trailplatz runden den positiven Gesamteindruck ab.

Während des gesamten Ritts gibt es Begegnungen mit der deutsch-deutschen Vergangenheit. Mal wird auf dem ehemaligen Grenzstreifen geritten, dann geht es an ehemaligen Wachtürmen vorbei oder Reste der unmenschlichen Wehranlagen sind zu sehen. Einer der markantesten Punkte auf diesem Ritt ist die Wirler Spitze, die mit einem schwarzrotgoldenen Grenzpfosten markiert ist.

Zu Beginn der Tour plantschen die Pferde im Arendsee und nach der Abkühlung folgt ein lockerer Trab durch stille Wälder und oder auf weichen Wiesenwegen durch die Altmark in Richtung Trebel.  In der Nemitzer Heide geht es auf weißem Sand und dem typischen Heidebewuchs im flotten Trab weiter und die Pferde bekommen eine Ruhepause während einer Einkehr im „Heidehaus“. Die Tiere stehen sicher in festen Paddocks und Wasser für die Pferde gibt es aus einem Pumpbrunnen.

Ein weiterer Höhepunkt des ersten Reittages ist das Nachtquartier im Rundling Klautze von Karin Hahlbohm. Ein uralter Bauernhof wurde liebevoll zum Reiterhof renoviert und ist eingebettet in üppigen, farbenfrohen Pflanzenbewuchs. Die Pferde kommen in geräumige Boxen und die Reiter fühlen sich großzügigen Zweibettzimmern wohl.

Die Familien Bülow und die Grafen von Bernstroff haben die Geschicke des Fleckens geprägt. Abends kann man (eine Fahrgelegenheit vorausgesetzt) sich in der Wendlandtherme, einer natürlichen Solequelle, von den Strapazen des Rittes in 33 Grad warmen Salzwasser entspannen.

Am zweiten  Reittag führt die Route durch den Gorlebener Forst direkt an die Elbe bei Gorleben. Der Ort ist durch zahlreiche Demonstrationen gegen das Endlager für Atommüll europaweit bekannt. Wer möchte, kann sich an den zahlreichen Schautafeln informieren. Die Reiter erleben nun fünf herrliche Kilometer durch die weite Elbtalaue. Das Ausflugslokal „Schwedenschanze“ auf dem Höhbeck lädt heute zur Rast ein. In zwei Paddocks sind auch hier die Pferde sicher untergestellt. Kurz vor Gartow endet der Ritt an der Elbe entlang und man biegt in Richtung Restorf,  zum Quartier von „Kutscher Ulli“,ab. In dem alten Elbbauernhof werden die Pferde in großen Paddocks auf der Weide untergebracht. Die Reiter übernachten in gemütlichen Zweibettzimmern oder in geräumigen Ferienwohnungen.

Am dritten Reittag sieht man vielleicht wieder Rot-, Dam-, Muffel- oder Schwarzwild im Nienwalder Forst. Vielleicht bewältigt man auch die ca. 15 Kilometer Strecke im schnellen Trab oder Galopp, die breiten, weichen Waldwege laden zur schnelleren Gangart ein. Ein ganzes Stück reitet man auf dem Zollweg der ehemaligen innerdeutschen Grenze und trifft an der Wirler Spitze auf den auf eine Binnendüne mitten im Wald, den ehemaligen Todesstreifen. Nach dieser beeindruckenden Begegnung mit der Deutsch-Deutschen Geschichte öffnet sich der Blick über die Weite der Ziemendorfer Lichtung. Wer möchte startet noch einmal durch zur Pferdeschwemme des Arendsees und zum krönenden Abschluss des Rundrittes können sich die Tier (und Reiter) wieder im klaren Arendsee abkühlen.

Endpunkt des dreitägigen Erlebnisrittes ist das Pferde- und Freizeitparadies Ziemendorf, hier werden die Reiter bestimmt mit einem kühlen Getränk empfangen. Am Lagerfeuer oder in der rustikalen Reiterstube können Ritterlebnisse noch einmal Revue passiert werden lassen und neue Abenteuer geplant werden.

Reitinfo zur Tour:
Bei der richtigen Wahl der Strecke kann ohne Hufschutz geritten werden. In den Wäldern sind die Wege nicht geschottert und beim Ritt an der Elbe entlang, wird zu 90% auf Wiesenwegen geritten. Das Gelände ist sehr flach und es können Tagesetappen bis 30 Kilometer (je nach Streckenführung) eingeplant werden. Je nach Streckenwahl sind sehr lange Trab- und Galopppassagen möglich.

Bei entsprechender Planung der Strecke ist die Bodenbeschaffenheit so gut, dass bei gutem Hufhorn, zwei bis drei Tage ohne Hufschutz geritten werden kann. Je nach Witterung muss von Juni bis August mit Mücken gerechnet werden. In jedem Ort gibt es Einkehrmöglichkeiten, so dass auf eine Trossbegleitung verzichtet werden kann.

 

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